Birnen-Käsekuchen mit Grieß

Eigentlich wollte ich die letzten Tage ja fasten. Nach all den fritierten Faschingsleckereien den Körper entlasten. Reinigen, entschlacken und Energie zurückgewinnen durch Verzicht auf Kaffee, Zucker, Weißmehl und überhaupt alle Lebensmittel die – zumindest vermeintlich – ungesund sind.

Da ich dazu neige, schnell anzuschwellen – klingt jetzt doof, ich weiß – , wollte ich zudem auch auf alle Milchprodukte verzichten. Was ich mit „anschwellen“ meine ist, dass ich morgens oftmals dicke Augenlider habe, angeschwollene Finger und auch ein leicht aufgedunsenes und ziiiieeemlich unfittes Gesicht. Na gut, klingt jetzt schlimmer als es ist, aber mit dem frühen Vogel und dem Wurm wird das bei mir im Leben sicherlich nix mehr.

Nun gut, ich dachte, es ist schlichtweg Zeit für ein Körper-Reset. Schöne Idee, oder?! Ja, fand ich auch……

Wie wir ja alle wissen, unterscheidet sich Theorie und Praxis manchmal wie Tag und Nacht. So leider auch hier. Nachdem ich also meine großartigen ICH-WERD-JETZT-TOTAL-FIT-SCHLANK-UND-KRIEG-´NE-VOLL-ROSIGE-HAUT-Pläne geschmiedet und ein kleines Vermögen im Bioladen gelassen hatte, begann ich also meine Entschlackung. Am ersten Tag aß ich fast nur Rohkost, sprich viel Obst und Salat und ich verzichtete auf Kaffee, Zucker, Salz und natürlich Milchprodukte (weil die eben nicht gut sind, wenn man zum Menschentyp „Lymphatiker mit Schwellungsneigung“ gehört). Abends sollte es nur noch ein beruhigender Tee sein. Ab dem zweiten Tag wollte ich grundsätzlich nur Flüssiges zu mir nehmen, Gemüsesäfte, -brühe, Tee und Wasser. Meine bessere Hälfte lachte mich schon spöttisch aus als er von meinem Vorhaben hörte und scherzte, ich würde das ohnehin keinen einzigen Tag durchhalten. Aber das war mir egal, ich war fest entschlossen.

Bereits am ersten Abend allerdings gierte ich nach dem Essen von meinem Mann, während ich an meinen nicht sonderlich wohlschmeckenden Tee nippte, aß er… irgendwas halt. Ich weiß nicht mehr genau was er da fröhlich vor sich hin knusperte, war auch total egal, aber er aß! Ich hatte schon im Kopf, dass ich jetzt erstmal nichts mehr zu beißen zwischen die Kiemen bekommen würde. Ein Graus…

Am nächsten Tag startete ich hochmotiviert, …na gut, ich will ja nicht lügen, ich fang den Satz nochmal an. Am nächsten Tag startete ich etwas müde mit einem nicht so leckeren Arzneitee und Wasser. Eine Stunde später machte ich meinem Mann sein Essen so madig, dass er vor lauter Ärger tatsächlich darauf verzichtete (wie kann er es aber auch wagen essen zu wollen, wenn ich NICHT ESSEN DARF!!!), hatte schlechte Laune und kalt war mir auch. Daheim schlich ich immer wieder in die Küche und wieder raus. Ich machte mir eine Bio-Gemüse-Brühe, die leider so spannend schmeckte wie sie klingt und war total unzufrieden. Kurz darauf beschloss ich, mir einen grünen Smoothie zu machen. Mit viiiieeel Gemüse und nur ganz wenig Obst für den Geschmack. Gesagt, getan. Leckeren (also wirklich leckeren) Saft getrunken und kurzzeitig glücklich gewesen.

Birnen-Käsekuchen mit Grieß

Nachdem ich mich später ans Wäsche-Zusammenlegen machte lies ich nebenbei den Fernseher laufen und was kam da… Sicher! Eine Kochshow! Die guckte ich mir auch bis zur letzten Minute (ich weiß nicht genau ob mir währenddessen der Sabber aus dem Mund gelaufen ist, ich verlor zwischenzeitlich nämlich nicht nur das geistige Bewusstsein beim Anblick von soviel leckerem Essen, mir entglitt beim Starren leider auch die Gesichtsmimik).

Die Erlösung von diesem Elend kam erst als mein Paps kurze Zeit später anrief und mich zu ihnen nach Hause zitierte (meine Eltern wohnen ja grad ein paar Häuser weiter) mit den Worten, er hätte einige frische Brote gebacken, die wären soeben aus dem Ofen gekommen und ich müsse zum Probieren kommen.

Hallelujah, es gab endlich was zum Kauen! Also ich meine, wenn der eigene Vater einen rüber zitiert und man dessen Brot kosten MUSS, dann kann man selbst ja garnix dafür, dass das Thema mit dem Fasten ab diesem Moment ad acta gelegt war. Wäre ja auch zu unhöflich gewesen, köstlichstes frisches Brot mit cremiger Butter und Salz zu verweigern…. Rum war es also mit dieser Fasten-Idee. Den Hohn und Spott von meinem Mann hinsichtlich meiner geringen Leidensfähigkeit und Disziplin wenn es um Essen geht, nahm ich selbstbewusst in Kauf :-D

In diesem Sinne gibt es heute natürlich auch wieder: KUUUUUCHEN! Was auch sonst… Birnen-Käsekuchen um genau zu sein. Während Paps an seinen Broten werkelte, backte Mom nämlich süße Köstlichkeiten. Einfach ein Dream-Team die Zwei!

Einen schönen Sonntag wünsch ich Euch allen :-)

Birnen-Käsekuchen mit Grieß

Das Rezept für den Birnen-Käsekuchen mit Grieß:

Birnen-Käsekuchen mit Grieß
 
Zutaten
  • 2 Birnen (ca. 400 g)
  • 1 Esslöffel Butter
  • 4 Eier
  • 125 g weiche Butter
  • 200 g Zucker
  • 75 g Weichweizengrieß
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 kg Magerquark
  • 1 Teelöffel abgeriebene Schale von einer Bio-Zitrone
  • 2 Esslöffel Saft von einer Zitrone

  • Zudem:

  • Fett und Semmelbrösel für die Backform
  • Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
  1. Die Birnen schälen, entkernen und in sehr kleine Würfel schneiden. In einer Pfanne mit der Butter andünsten und anschließend abkühlen lassen.
  2. Den Ofen auf 160 °C Umluft (180 °C Ober- / Unterhitze) vorheizen. Die Springform fetten und mit den Semmelbröseln ausstreuen.
  3. Die Eier trennen. Butter, Zucker und Eigelbe schaumig schlagen. Den Grieß mit dem Vanillepuddingpulver sowie dem Backpulver mischen und unterrühren.
  4. Sodann den Quark, die Zitronenschale und den Zitronensaft hinzugeben. Alles gut verrühren.
  5. Das Eiweiß steif schlagen und zusammen mit den Birnen unter die Quarkmasse heben.
  6. Alles in die Springform füllen und ca. 1 Stunde lang backen. Den Kuchen im geöffneten Ofen auskühlen lassen, damit er nicht zu sehr zusammensackt.
  7. Wer will, der kann den Kuchen direkt vor dem Servieren noch mit etwas Puderzucker bestäuben.

 

Birnen-Käsekuchen mit Grieß

☆ Mara

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15 Kommentare zu Birnen-Käsekuchen mit Grieß und wie es mit dem Fasten so klappt…

  1. Paola
    21. Februar 2016 at 8:18 (4 Jahren ago)

    Sembra quello che a Napoli chiamiamo migliaccio,complimenti

    Antworten
    • Life Is Full Of Goodies
      26. Februar 2016 at 13:51 (4 Jahren ago)

      Mille grazie Paola :-)

      Antworten
  2. Irmtraud Seitz
    21. Februar 2016 at 9:10 (4 Jahren ago)

    Hallo Mara, vielen Dank für das Rezept „Birnen-Käsekuchen“. Klingt sehr gut und ich werde den Kuchen nächste Woche ausprobieren.
    Dir auch einen schönen Sonntag und eine gute Woche!

    Viele Grüße von Irmtraud aus Nürnberg

    Antworten
    • Life Is Full Of Goodies
      26. Februar 2016 at 13:52 (4 Jahren ago)

      Sehr gerne Irmtraud :-) Schmeckt wirklich köstlich!
      Viele Grüße nach Nürnberg!
      Mara

      Antworten
  3. Sigrid
    21. Februar 2016 at 12:13 (4 Jahren ago)

    Ach, Mara – hab‘ mich beim Bloglesen lange nicht mehr so amüsiert! Welch‘ grandiose Idee, einen Bericht über Fasten-Bemühungen mit Kuchenbildern zu illustrieren!

    Ich glaube, ich (die ich ebenfalls auf halbherzigen Fasten-Pfaden wandle) werde heute wohl doch noch den Backofen anschmeißen. Soll der Körper selber sehen, wie er sich resetet – ich brauche was zwischen die Zähne! Es kommt ja sicher mal wieder ’ne Fastenzeit …

    Und nun, wo’s eh schon egal ist, mach ich mir erst einmal ’nen schönen, süßen Chai Latte.

    Genussreichen Sonntag wünscht Dir

    die Sigrid

    PS.
    Nicht zu leugnen: Der handlungsplanenende präfrontale Cortex (wo quasi eine hieran beteiligte Verstandeskomponete des Gehirns sitzt) hat mal wieder gegen das limbische System verloren, in dem sich ganz weit hinten versteckt mein innerer Schweinehund gemütlich eingerichtet hat.

    Theoretisch beherrsche ich vieles, sogar das Fasten … *seufz*

    Antworten
    • Hörner Wolfgang
      21. Februar 2016 at 20:07 (4 Jahren ago)

      Liebe Sigrid, ich kann Euch bei allem nachfühlen. Ich will Dir aber hier sagen, dass wir uns eigentlich mitten in der FASTENZEIT befinden. Gut, man trägt dies nicht immer wie eine Fahne mit sich rum. Mark Twain sagte früher wohl immer zu einem anderen menschlichen Problem mit dem Verzehr: “ Es ist mehr als leicht, sich das Rauchen abzugewöhnen. Er habe dies bereits über 100 mal getan.“ Genau so wird es wohl auch beim Abspecken sein. Aber eines ist meiner Ansicht nach viel wichtiger, nämlich: „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Das wußten bereist die alten Römer. ( Mens sana in corpore sano.) Und für die Lebensqualität dürfte das wichtiger sein, als mal ein paar Zentimeter dünner zu sein. Aber ich will Dir dennoch nicht den Willen zum Fasten nehmen. Es kommen noch viele Gelegenheiten danach. Man muß nur die richtige Zeit dafür herausfinden. Also alles Gute für Euer Unterfangen.

      Antworten
      • Sigrid
        21. Februar 2016 at 21:42 (4 Jahren ago)

        Hallo Wolfgang,
        ich weiß sehr wohl, dass wir uns bis Ostern in der/ einer Fastenzeit befinden – deshalb schrieb ich ja „es kommt schon mal wieder eine“. Aber nun ist es so, dass ich weder aus religösen Gründen noch um vorrangig ein paar Umfang-Zentimeter zu verlieren fasten wollte – letzteres wäre höchstens ein willkommener Nebeneffekt gewesen.

        Mein Antrieb war eher der Art, den Körper mal für ein, zwei Wochen von Verdauungsarbeit zu entlasten und so Energie für andere Dinge freizulenken. Hab‘ ich in den letzten 10 Jahren schon häufiger praktiziert und meistens gut hingekriegt. Und danach hatte ich noch für ’ne ganze Weile ’nen besonders „leichten Fuß“ – wohl schon aus Stolz über diese Willensleistung.

        In diesem Jahr allerdings will mir das nicht recht gelingen, wahrscheinlich weil ich mich mental nicht drauf einschwingen kann: Ich beschäftige mich nämlich gerade damit, die erforderlichen Unterlagen aufzubereiten, damit in diesem Jahr (nach 12 Jahren Trennung!) endlich meine Scheidung über die Bühne gehen kann. Da könnte ich momentan ein bisschen Zusatzenergie gut gebrauchen. So what – irgendwie wird’s gehen …

        Für diese thematische Entgleisung ein großes Sorry an Mara, die sich ja seit Dezember im schönsten Honeymoon befindet.

        Anderseits war’s so entgleist nun auch wieder nicht: Ging’s hier nicht hauptsächlich um einen Kuchen aus Quark, sprich „Käse“? Na also … ;))

        Antworten
        • Life Is Full Of Goodies
          26. Februar 2016 at 13:57 (4 Jahren ago)

          Was soll ich sagen, das limbische System gewinnt bei mir tatsächlich fast immer. Ist einfach stärker und vor allem auch cleverer ?
          Und ganz ehrlich, es gibt auch wirklich wichtigeres, als zu fasten. Auch wenn es hin und wieder sicherlich nicht schadet.
          Widmen wir uns doch einfach den schönen Dingen im Leben, das tun wir oftmals viel zu selten…
          Allerliebste Grüße schicke ich Euch zwei!
          Und übrigens, ich freu mich, wenn man sich hier austauscht :-)

          Antworten
  4. Jeanine Rausch
    21. Februar 2016 at 16:29 (4 Jahren ago)

    Hallo Mara,
    wie so oft sprichst du mir aus der Seele. Das mit den guten Vorsetzen ist so ne Sache. Aber schwach zu werden, macht uns halt so menschlich…

    Antworten
    • Life Is Full Of Goodies
      26. Februar 2016 at 13:58 (4 Jahren ago)

      Das stimmt, das macht uns wirklich sehr menschlich. Gut, dass es uns auch irgendwie allen so geht :-D
      Liebe Grüße!

      Antworten
  5. Ani
    21. Februar 2016 at 17:35 (4 Jahren ago)

    Hach, was für eine schöne Geschichte :)
    Und noch viel toller, dass am Ende ein Käsekuchen dabei herauskommt.
    Also ich finde, das Fasten hat sich gelohnt :D

    xx
    ani von ani hearts

    Antworten
    • Life Is Full Of Goodies
      26. Februar 2016 at 13:59 (4 Jahren ago)

      Hahahahaaaa, ja, ich finde auch, unter DEM Aspekt hat sich das doch gelohnt :-D :-D :-D
      Allerliebste Grüße schicke ich dir Ani!

      Antworten
  6. Simone
    22. Februar 2016 at 21:30 (4 Jahren ago)

    Liebe Mara,

    welch ein tolles Rezept! Klingt sehr lecker!
    Ich schaffe es auch mal wieder nicht mich an die Fastenzeit zu halten, daher werde ich dieses Rezept bestimmt bald mal ausprobieren ;-)

    Liebe Grüße,
    Simone

    Antworten
    • Life Is Full Of Goodies
      26. Februar 2016 at 14:00 (4 Jahren ago)

      Für mich ist die Fastenzeit auch nicht ganz so optimal geeignet Simone :-D
      Insofern, lasst uns Kuchen essen! ;-)
      Viele Grüße
      Mara

      Antworten

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