Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...Weihnachten. Ja, es ist schon wieder Heiligabend. Kinners, wie die Zeit vergeht. Da gucken wir uns um und schon ist wieder ein ganzes Jahr an uns vorbeigezogen. Es bleibt nicht aus, jedes Jahr aufs Neue fragen wir uns, wo ist die Zeit nur hin?!

Während ich mich das schon seit gefühlt 20 Jahren frage, war es wohl noch nie so doll wie in diesem Jahr. Denn auch wenn ich es früher nicht so wirklich glauben wollte, mit Kindern vergeht die Zeit tatsächlich nochmal so schnell. Auf der einen Seite erlebt man so wahnsinnig viel, es passiert jeden Tag was neues, aber auf der anderen Seite schnippt man ein einziges Mal mit dem Daumen und das Jahr ist rum. Seit sich unser kleiner Nachwuchs angekündigt hatte und dieses Jahr dann endlich das Licht der Welt erblickte, ist die Zeit wirklich in Lichtgeschwindigkeit an mir vorbeigezogen. Ganz dreist, ohne auch nur einmal ein klein wenig langsamer zu machen.

Gerade jetzt an Weihnachten registriere ich mal wieder, wie wertvoll ZEIT ist. So abgedroschen dieser Satz sein mag, so richtig ist er allerdings auch. Schon oft habe ich darüber gesprochen und geschrieben, aber eigentlich kann ich es gar nicht oft genug sagen, Zeit ist das Wertvollste das wir haben. Und leider nutzen wir sie nur allzu oft schlichtweg nicht. Zumindest nicht sinnvoll. Nicht durchdacht. Wir vergeuden zuviel davon. Wir tun Dinge, die uns eigentlich nicht so wichtig sind, mit Menschen, die uns womöglich noch viel weniger wichtig sind, während wir die wirklich Wichtigen gerne mal vernachlässigen. Das passiert vor allem, wenn man jung ist. Je älter man wird, desto mehr begreift man – oder muss man durch diverse Verluste, die man im Leben erleidet, zwangsläufig begreifen – was tatsächlich eine Rolle spielt und was im Leben nur einen hinteren Rang auf der Wichtigkeitsskala einnehmen sollte.

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

Fragt man alte Menschen, denen nicht mehr viel Zeit zum Leben bleibt, was sie – im Nachhinein betrachtet – gerne anders machen würden, wenn sie ihr Leben nochmal leben dürften, dann ähneln sich die Antworten tatsächlich sehr…


  • Mehr reisen als man noch die (körperliche und geistige) Chance dazu hatte

Wie oft sagt oder denkt man sich, irgendwann will ich mal noch da und da hin… Man möchte die Arktis bereisen, auf den Malediven den Sonnenuntergang anschauen, einen Berg besteigen. Man hebt sich solche Dinge aber erstaunlicherweise oftmals für „später“ auf und wartet so lange bis es zu spät ist. Bis man die Reise aus irgendeinem Grund dann nicht mehr antreten kann.

Diesen Fehler kann und sollte man vermeiden. Man sollte die Möglichkeiten nicht vestreichen lassen, sondern die Reise einfach buchen. Sobald sie einem in den Sinn kommt.

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

  • Einen Job kündigen, der einen unglücklich macht

Wir sitzen tagtäglich in einem Job, der uns nicht erfüllt, der uns womögilch sogar krank oder depressiv macht. Wir gehen mit Bauchweh hin und schauen ständig auf die Uhr mit der Hoffnung, dass der Arbeitstag bald rum ist. Wir kündigen nicht. Warum?! Weil wir Angst haben, dass wir danach keinen Job mehr finden. Weil wir doch nicht „einfach so“ gehen und aus einem vermeintlich sicheren Arbeitsverhältnis aussteigen können.

Doch! Können wir! Und sollten wir auch, nämlich dann, wenn wir unglücklich sind. Wo sich eine Tür schließt, da öffnet sich eine andere. Immer. Die Alternativen sind da, wenn auch nicht immer gleich auf den ersten Blick erkennbar. Wenn man nicht aufgibt, sich nicht einfach mit seiner Situation „abfindet“, dann werden sich neue Wege aufzeigen.

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

  • Nicht so lange an negativen Menschen festhalten

Oftmals registriert man überhaupt nicht, welchen negativen Einfluss manche Menschen auf einen selbst haben können. Hinterhältige und falsche Freunde ziehen einem Energie. Sie rauben Kraft und verbreiten schlechte Laune. Neidische und missgünstige Menschen kann man schon drei Mal nicht gebrauchen. Und doch hat man sie meist freiwillig um sich herum.

Man wird diese Menschen wohl nicht ändern. Aber man kann sich selbst entscheiden, diese Menschen einfach hinter sich zu lassen.

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

  • Noch eine Sprache lernen, denn Sprachen verbinden

In jungen Jahren „muss“ man lernen. Später machen wir es freiwillig. Oder auch nicht, wenn es zu aufwendig, zu unbequem ist oder einfach nicht in unseren tagtäglichen Zeitplan passt. Man steht still mit seinem Wissen, man entwickelt sich nicht weiter. Man nimmt kein Lehrbuch mehr in die Hand, man beschäftigt sich nicht mehr mit neuen, anderen Denkweisen, man hinterfragt nicht mehr.

Manchmal aber lohnt sich solch ein Invest, auch wenn er mühselig erscheinen mag. Vielleicht nicht kurzfristig, dafür aber langfristig. Denn Stillstand ist Rückschritt.

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

  • Sich nicht mehr so viele Gedanken darüber machen was andere von einem denken

Der gute Schein nach Außen. Wie wichtig er uns doch gerne ist. Man möchte glänzen, gut abschneiden, sich vor anderen entsprechend präsentieren. Aber ganz ehrlich, was hat man davon?! Dass man immer nach dem vermeintlich PERFEKTEN strebt, um den anderen zu zeigen wie toll man ist, wie gut man sein Leben unter Kontrolle hat.

Alles Schwachsinn. Lohnt sich nicht. In keinster Art und Weise, denn es wird dauerhaft wahrscheinlich nicht glücklicher machen. Viel sinnvoller ist es doch zu schauen, dass man sich selbst gefällt, dass man selbst hinter seinen Entscheidungen steht, dass man das tut was man für gut und richtig hält. Alles andere ist tatsächlich ziemlich wurscht.

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

  • Die eigenen und nicht fremde Träume verfolgen

Dieser Punkt ähnelt dem vorigen ziemlich stark. Welche Entscheidungen wir im Hinblick auf unser Leben treffen hängt allzu oft von den äußeren Einflüssen und Erwartungen anderer Menschen ab. Man lebt fremde Träume, man verfolgt fremde Ziele und verliert die eigenen dadurch nicht selten völlig aus den Augen.

Sich bewusst zu werden was man eigentlich will und das vehement zu verfolgen, das sollte das Ziel sein. Man muss nach den Sternen greifen, um die (eigene) Welt zu verändern.

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

  • Mehr Risiko eingehen, leichtsinniger und unbeschwerter durchs Leben gehen

Durchdacht gehen wir durchs Leben. Wir planen, wir durchdenken alle möglichen Eventualitäten, wir sorgen vor. Wir verlieren jegliche Unbeschwertheit, wir rechnen immer auch mit dem Schlimmsten. Wir fühlen uns nicht mehr frei, wir haben das Gefühl „die Welt steht uns offen“ gänzlich verloren. Wir sind gefangen in unserem Alltag, der manchmal an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert.

Vielleicht sollten wir manchmal einfach ein Risiko eingehen (egal ob groß oder gar klitzeklein), viel häufiger den Bauch entscheiden lassen, hinfallen und danach wieder aufstehen. Fehler zulassen, diese akzeptieren und daraus lernen. Mehr Eiscreme essen, auch wenn es vielleicht ungesund ist, ein eigenes Geschäft aufmachen, auch wenn im schlimmsten Fall eine Pleite droht, alles hinschmeißen und komplett neu anfangen. Ja, all das ist möglich, es liegt schlichtweg in unserer Hand.

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

  • Die Chance nutzen, mit Omas und Opas, Mamas und Papas, Brüdern und Schwestern, Kindern und Enkeln zu reden so lange das noch möglich ist

Wir vergeuden so wahnsinnig viel Zeit mit eigentlich „unwichtigen“ Menschen. Wir beschäftigen uns mit Leuten, die uns – wenn wir mal ehrlich sind – nicht wirklich interessieren und denen wir umgekehrt womöglich noch viel mehr egal sind.

Vielmehr sollten wir für die Chance dankbar sein, uns mit den wichtigen Menschen im Leben austauschen zu können. Denen, denen wir nicht egal sind. Zuhören und von ihnen lernen und umgekehrt all das zurückzugeben. Mit ihnen schöne Stunden genießen, gemeinsam kochen, essen, mit ihnen am Tisch sitzen und die Zeit miteinander genießen. Diese Chance muss man einfach nutzen so lange es noch möglich ist. Denn eines Tages wird es zu spät sein.

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

  • Öfter „Ich liebe dich“ sagen

Es gibt Menschen, die wir über alles lieben. Meistens sind es genau diejenigen, die wir am gemeinsten und unfairsten behandeln. Die wir für selbstverständlich hinnehmen. Denen wir nicht sagen, dass sie einen tollen „Job“ machen oder dass wir froh sind, dass wir sie haben. Wir sehen sie ja ständig. Oder hören sie andauernd. Oder haben sie sowieso immer im Leben.

Tja, Trugschluss. Auch diese Menschen sind nicht „ewig“ da. Manche gehen unerwartet, viel früher als man je befürchtet hatte. Und dann?! Dann fragt man sich, warum habe ich demjenigen nicht gesagt wie sehr ich ihn liebe. Wie wichtig er für mich war. Warum habe ich es nicht öfter gezeigt. Warum?!?!

Nun ja, in den meisten Fällen habt Ihr noch die Chance, das zu tun: Geliebten Menschen sagen oder zeigen, dass man sie liebt. Nutzt diese Chance! Am besten SOFORT. Denn Morgen kann sie verloren sein.

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

In diesem Sinne lasse ich nun meinen alljährlichen melancholischen Weihnachtsmorgen hinter mir, mache jetzt meinen Computer aus und gehe zu den wichtigsten Menschen in meinem Leben, verbringe Zeit mit ihnen und sage oder zeige ihnen, dass ich sie liebe (was ich übrigens hiermit u. a. auch schon getan habe, denn ich glaube der ein oder andere davon liest meinen heutigen Post :-) ).

Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte...

Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ich wünsche Euch auch, dass Ihr Eure Zeit nutzen könnt. So, dass Ihr eines Tages, am Ende Eures Lebens, zurückblicken könnt und wisst, Ihr würdet – wenn Ihr Euer Leben noch einmal leben dürftet – nur wenige Dinge anders machen wollen…

☆ Mara

 

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5 Kommentare zu Wenn man sein Leben nochmal leben dürfte…

  1. Nici
    24. Dezember 2018 at 8:52 (9 Monaten ago)

    Wieder so wunderschön geschrieben und so wahr, liebe Mara. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein schönes und ruhiges Weihnachtsfest sowie einen guten und gesunden Rutsch in das Neue Jahr 2019!!

    Antworten
  2. Elke Vogel
    24. Dezember 2018 at 8:53 (9 Monaten ago)

    Schöne Worte . Ich wollt ich könnte so manchen folgen.

    Antworten
  3. Wolfgang Hörner
    24. Dezember 2018 at 9:14 (9 Monaten ago)

    Hallo, mein Schatz!
    Es ist immer wieder erfrischend Deine Berichte zu lesen. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass wir Dich richtig „großgezogen“ haben. Wir haben Dir und Deinem Bruder ein lebensbejahendes Umfeld geboten und haben immer wieder daran gearbeitet, dass Ihr Euch zu wünschenswerten Mitmenschen entwickeln konntet.Für mich besonders wichtig wart Ihr Beide. Dafür habe ich vieles innerhalb der Großfamilie ertragen, habe immer nach vorne geschaut.Die Feinde hat man nicht unbedingt immer außerhalb der „Großfamilie.“ Aber man muss eben abwägen können und letztlich die richtigen entscheidenden Konsequenzen ziehen. Und zu diesen muss man auch stehen. Gott sei Dank, dass wir innerhalb unserer „Kleinfamilie“ solche Gedanken nie haben ausleben müssen. Und dafür , wie gesagt, hat man gearbeitet, dafür hat man gelebt. Und heute vermag ich zu sagen, dass sich diese menschliche Haltung für uns mehr als gelohnt hat. Dafür lohnt es sich immer zu kämpfen, denn man bekommt das ja nicht geschenkt. Ich hoffe heute, dass ich diese gute Grundeinstellung zum Leben auch heute an meine Enkel weitergeben darf, um die nächste Generation zu „Wertmenschen“ zu erziehen. Erziehung und Wertevermittlungen sind eine gute Grundlage für solche Wünsche.
    “ Das Leben ist nicht immer ein Honigschlecken“, aber es lohnt immer, wenn man es mit positiven Gedanken angeht.
    Ich wünsche Dir und Deinem Bruder mit Euren beiden kleinen Familien deshalb für die Zukunft alles erdenklich Gute und alles Glück dieser Welt.
    Ach, dass ich es ja nicht vergesse: “ Ich liebe Euch Alle“! Mehr als ich Euch allen zeigen kann. Und das gilt auch für Eure Mutter.
    In diesem Sinne ein schönes besinnliches Weihnachten und ein gutes erfolgreiches und zufriedenes Neues Jahr 2019.
    Dein Paps

    Antworten
  4. Alice
    24. Dezember 2018 at 23:11 (9 Monaten ago)

    Liebe Mara, danke für deine wunderbaren Worte. Ich wünsche dir auch gesegnete Weihnachten und einen guten, erfolgreichen Start in Neue Jahr.
    Nachdenklich hoffe ich, dass ich es schaffe, Einiges umzusetzen.

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  5. Irmi
    25. Dezember 2018 at 8:46 (9 Monaten ago)

    Liebe Mara, ganz herzlichen Dank für diesen wunderbaren Beitrag. Er hat mich sehr nachdenklich gemacht. Deine Worte sind ja so wahr. Ich wünsche dir und deiner Familie ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes und erfolgreiches Neue Jahr. Herzlich Irmi

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